Ein rabenschwarzes Wochenende

Beim zweiten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburging (VLN) hatte das, im Jahre 2018 neu gegründete Team Racing4Emotion, jede Menge Motivation im Gepäck. Trotz des tollen Wetters werden die Teammitglieder dieses Wochenende so schnell nicht vergessen. Nach der Bestzeit in der Qualifikation endete das Rennen in Führung liegend bereits in der vierten Rennrunde.

Stand das Rennwochenende bereits durch Verzögerungen auf der Anreise zum Nürburgring unter keinem guten Stern?

Aber am Freitagmorgen wurde das Training gut gelaunt aufgenommen. Der Frust der Anreise wurde durch den Sonnenschein in der Eifel wieder wettgemacht. Freudig bereitete man sich auf das kommende Rennen vor. Jürgen Bretschneider (Friedberg) machte sich auf, die ersten Testkilometer unter die Räder des schwarzen MINI Coupé zu nehmen. Nach einer kurzen Formationsrunde erfolgte ein Check der Servicemannschaft und die Test- und Einstellfahrten begannen. Leider nicht lange. Nach drei schnellen Runden vermeldete Jürgen via Funk das er kein Vortrieb mehr habe. Nachdem das Auto von der Strecke geborgen war, begann die Fehleranalyse. Antriebswellenschaden. Die Crew machte sich auf den Mini zu reparieren. Am Nachmittag wurden erneut Trainingsfahrten durchgeführt. Hier verlief alles bestens und die komplette Mannschaft war zufrieden.  In der Nacht wurde noch die Bremsanlage überholt und alles durchgesehen.

Raceday. Bei kühlen Temperaturen und fast wolkenlosen Himmel startete Steven Fürsch pünktlich die Hatz gegen die Uhr. Nach seinem Einsatz stieg er strahlend aus dem Auto aus und übergab es an Jürgen Bretschneider. Jürgen hatte bei seinen Qualifikationsrunden nicht so viel Fortune. Er wurde durch die verschiedensten Unfallstellen eingebremst. Trotz aller Vorkommnisse auf der Strecke war Jürgen vom Auto begeistert. Am Ende der Qualifikationssession stand der Mini an Position eins. Alles richtig gemacht.

Vor einer tollen Zuschauerkulisse startete, mit etwas Verspätung, das Rennen. Jürgen fuhr den Startturn. In der ersten Kurve hielt er sich aus allem Gemetzel um ihn herum raus. Nach dem sich das Feld mit der anderen Startgruppe vor ihm beruhigt hatte, startete er durch. Er kämpfte sich nach vorne und vergrößerte den Abstand zu seinen Klassenkonkurrenten stetig. Bis in der vierten Runde auf der Grand-Prix-Strecke das Auto kein Vortrieb mehr hatte. Bretschneider schaffte es noch, das Fahrzeug in die Box rollen zu lassen. Die Mechaniker trauten ihren Augen nicht. Erneut ein Schaden an der Antriebswelle. Es war die neue Welle, die am Vortag ersetzt wurde. Gemeinsam wurde entschieden, das Fahrzeug nicht mehr zu reparieren. Das Rennen war für das Team somit gelaufen.

Stimmen nach dem Rennen

Steven Fürsch: „Das Auto läuft Traumhaft. Wir konnten unsere Zeiten stark verbessern. Das Team hat bei seinem ersten Einsatz sehr gut zusammengearbeitet. Bei diesem Defekt, der zweimal hintereinander Auftritt, da ist selbst die beste Technikcrew machtlos. Wir vermuten einen Defekt an der Radaufhängung, der dazu führt, das die Welle einer zu starken, kurzzeitigen Belastung ausgesetzt wird. Daraufhin entschieden wir das Fahrzeug aus dem Rennen zu nehmen. Ich freue mich aber richtig auf den nächsten Einsatz.“

Jürgen Bretschneider: „Mit der Leistung des Teams und dem Auto bin ich sehr zufrieden. Man kann es wirklich nicht anders als Pech bezeichnen. Wenn an einem Rennwochenende zweimal das gleiche Bauteil kaputt geht. Solange wir nicht wissen ob ein anderer Defekt an der Radaufhängung ursächlich ist, unterstütze ich die Entscheidung, das Fahrzeug aus dem Rennen zu nehmen. Bis zu meinem Ausfall im Rennen hatte ich einen Kampf mit einem, eigentlich stärkeren Fahrzeug, einer anderen Fahrzeugklasse. Das lässt für die nächsten Rennen auf gute Performance hoffen. Auch ich freue mich auf das nächste Rennen.“

Das nächste Rennen zur VLN ist am 23.Juni 2018 und auf eine Renndauer von vier Stunden angesetzt. Diese Pause in der Meisterschaft wird die Werkstattmannschaft nutzen um das Auto gründlich auf versteckte Schäden zu untersuchen.

 

Der kultige MINI mit der Startnummer 387 und einem recht kurzen Auftritt. In der vierten Rennrunde, weit in Führung liegend, quittierte die am Vortag erneuerte Antriebswelle ihren Dienst. Somit waren Jürgen Bretschneider (Friedberg) und Steven Fürsch (Waizenbach) zum Zuschauen verdammt.

Text: Daniel Peter / presse@racing4emotion.de

Foto(s): Daniel Peter

Stand : April 2018